Die Schülerunion wurde am 29. September 1973 mit dem Namen „Union Höherer Schüler“ gegründet und setzte es sich zum Ziel für die Interessen der Schülerinnen und Schüler Österreichs zu engagieren. Am Anfang engagierte man sich mit Themen wie: Raucherzimmer, Leistungsbeurteilung, Matura, Schülervertretung und Schulordnung.

Sehr schnell machte sich die Schülerunion einen Namen in der Öffentlichkeit und stellte 1982 zum ersten Mal den Bundesschulsprecher. 1994 wurde die damalige „Union Höherer Schüler“ zu Schülerunion unbenannt, um sich auch für Berufsschülerinnen und Berufsschüler zu öffnen. Über die Jahre hinweg wurden viele Forderungen vertreten und von der Politik verwirklicht, neue Forderungen aufgenommen, Aktionen durchgeführt und das Serviceangebot ausgeweitet, genauso wie die Arbeit in der Schülervertretung erfolgreich verfolgt.

Die Schülerunion hat in den vergangenen Jahren einige große Erfolge erzielt, wie beispielsweise die Verschiebung der Zentralmatura, die Einführung der Herbstferien, die Einführung von günstigen Öffi-Tickets oder Umweltbildung als Unterrichtsgegenstand für Schülerinnen und Schüler in allen Bundesländern. Durch nachhaltiges Arbeiten knüpft die Schülerunion an dem Ist-Stand an und ist bemüht, die Zukunft des Bildungssystems bestmögliche für die Schülerinnen und Schüler Österreichs zu gestalten.

Bundesobmann: Christian Raming

Bei der konstituierenden „Hauptversammlung“ am 29. September 1973 wurde der Kärntner Christian Raming zum ersten Bundesobmann gewählt. Die Aufbauarbeit auf Bundesebene und in den Ländern war ein langer und schwieriger Weg, da die schon bestehende Schülerorganisation „Roten Schülerbund“, sich schon sehr erfolgreich positioniert hat. Christian Raming war der Leiter des Büros des Kärntners Landeshauptmanns Christof Zernatto bis zu dessen Amtsabtritt.

Bundesobmann: Günther Ofner

Am 5. April 1975 wurde der Burgenländer Günther Ofner zum Bundesobmann gewählt. In seiner Amtszeit gelang es ihm, Landesorganisationen in allen neun Bundesländern zu etablieren. Die Schulpolitik der UHS war damals gekennzeichnet durch größere Disparitäten mit Unterrichtsminister Fred Sinovatz (SPÖ). Die Themen, die damals behandelt wurden waren Raucherzimmer, Leistungsbeurteilung, Matura, Schülervertretung und Schulordnung. Im Schülerbeirat des Unterrichtsministeriums konnte sich die UHS durch nachhaltig konstruktive Arbeit, trotz starken Gegenwindes anderer Schülervertreter, durchsetzen.
Im Jahr 1976 fand der erste Schülerkongress der UHS statt. Günther Ofner konnte seine guten Kontakte in diverse politische Organisation sehr gut nutzen und krönte seine damals noch junge politische Laufbahn vorerst mit der Funktion des Vizepräsidenten der Bundesarbeitskammer. 1994-2004 war er Vorstandsmitglied der Burgenländischen Energiewerke AG (BEWAG), dann CEO der UTA Telekom AG, danach Vorstand der Burgenland Holding AG und CEO EVN Macedonia Holding und der EVN Albania. Derzeit ist er Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG.

Bundesobmann: Othmar Karas

Auf Ofner folge bei 4. Bundestag am 12. Juni 1976 der niederösterreichische AHS-Landesschulsprecher Othmar Karas. Er absolvierte die bisher längste Amtszeit, er blieb bis zum Oktober 1979. In seinem Vorstand arbeitete unter anderem auch Johannes Hahn, (EU-Kommissar für Haushalt und Verwaltung ) mit. In diesen Jahren kam es verstärkt zu politischen Disputen zwischen den einzelnen Fraktionen. Hierbei sorgten Aussagen von Unterrichtsminister Sinowatz („Die UHS ist in Wahrheit gleich Null!“, profil) und dem damaligen Vorsitzenden der Sozialistischen Jugend, Josef Ackerl („An den Schulen wird es uns hoffentlich gelingen, die von den CV-Professoren geförderte Vorherrschaft von UHS und MKV zu brechen.“) für Aufregung auf der Schülervertretungsebene. In weiterer Folge gründete der Zentralsekretär der SPÖ, Karl Blecha, das Sozialistische Schülerzentrum, mit dem Hintergedanken, eine Gegenorganisation aufzubauen. Gleichzeitig versuchte die UHS, durch fundierte Konzepte, die Umsetzung der überregionalen Schülervertretung voranzutreiben. Leider wurde es von Minister Sinowatz abgelehnt. In diesem Zuge entstand auch die Idee, eine Schülerzeitung ins Leben zu rufen. Somit wurden erstmals Schülerzeitungs-Seminare durchgeführt und die österreichweite Schülerzeitung „Klartext“ wurde gegründet. Othmar Karas war nach seiner Schülervertreterzeit in der politischen Abteilung der ÖVP-Bundespartei tätig. Als Bundesobmann der Jungen ÖVP zog er in den Nationalrat ein und übte diese Funktion für neun Jahre aus. Nachdem er seit 1995 als Generalsekretär der ÖVP gewirkt hatte, zog er 1999 ins Europäische Parlament (EP) ein und ist mittlerweile Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Bundesobmann: Karl Schwabe 

Am 21. Oktober 1979 wurde der ehemalige Landesschulsprecher aus Kärnten, Karl Schwabe, Bundesobmann. Zur Durchsetzung eines Schülervertretergesetzes (SchVG) verteilte die UHS in Karl Schwabes Amtszeit 100.000 Flugblätter, führte Informationsveranstaltungen durch und richtete eine Petition an das Präsidium des Nationalrates. Schließlich gelang es der UHS ihre Meinung auf Bundesebene einzubringen und Forderungen bei der Gesetzesvorlage von BM Sinowatz einzubringen. Die SPÖ, die damals über eine absolute Mehrheit im Nationalrat verfügte, schlug damals vor, die Integrierte Gesamtschule einzuführen. Unter dem Motto „Vielfalt statt Eintopf – Ja zur AHS“ startete die UHS einige Protestaktionen und sammelte 35.000 Unterschriften für die Beibehaltung des differenzierten Schulsystems.

Bundesobmann: Werner Suppan

Am 4. Oktober 1981 wurde Werner Suppan zum neuen Bundesobmann gewählt. Er ist der zweite Kärntner in Folge. Der damals erst gebildete Bundesschülerbeirat (BSB) wählte Harald Rossegger zum ersten Vorsitzenden. Die UHS ließ sich davon nicht unterkriegen und startete ein Seminarprojekt, welches auf den Aktionstagen seine Basis hat. Des Weiteren wollte man mehr auf direkten Kontakt zu den Schülerinnen und Schüler setzen und man entdeckte den Aktionismus für sich. Die Neuorientierung erwies sich als erfolgreich: Der nächste Bundesschulsprecher kam von der UHS. In diesem Zuge entschied sich die UHS die Arbeit des Bildungsministeriums zu analysieren und versuchte eine objektive Bilanz zu ziehen. Geleitet wurde das Projekt damals von Wolfgang Bergmann, der die Ergebnisse auch der Öffentlichkeit präsentierte. Das Ergebnis war, dass das Bildungsministerium kaum Fortschritte verzeichnete und die Schülerschaft ziemlich im Stich ließ. Wolfgang Bergmann ist übrigens der Öffentlichkeitsarbeit treu geblieben und kleidet heute den Posten Pressesprecher des Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn. Als eine seiner letzten Amtshandlungen versuchte Minister Sinowatz die Zahl der Schularbeiten zu reduzieren. Die UHS sah dies als einen unüberlegten Schritt an und stellte sich gegen diesen Erlass. Sinowatz-Nachfolger Helmut Zilk zog diesen Erlass prompt nach Amtsantritt zurück. Damit hatte die UHS den Stellenwert der Schülervertretung erlangt, der ihr zustand. Thomas Uher wurde 1982 zum ersten UHS-Bundesschulsprecher gewählt und leitete eine acht Jahre anhaltende Erfolgsserie ein. Werner Suppan ist heute Rechtsanwalt.

Bundesobmann: Thomas Uher

Am 2. Oktober 1983 übernahm der Wiener Thomas Uher im 10. Jahr des Bestehens der UHS die Funktion des Bundesobmannes. Der Beginn seiner Amtszeit war unter anderem durch interne Auseinandersetzungen mit den Gründerorganisationen geprägt, bei denen sich aber die Unabhängigkeit der UHS, die heute völlig außer Frage steht, durchgesetzt hatte. Aus dem „Klartext“ wurde das „Österreichische Schülerblatt“, das auch den Wandkalender beinhaltete. Die wichtigste Neuerung in der Schulpolitik war die Aufwertung des Schul-Gemeinschafts-Ausschusses (SGA). Hierbei konnte die UHS ihr schulpartnerschaftliches Prinzip fördern und stärken. Die Verbesserung der internen Kommunikation, die Intensivierung der Seminarprojektes sowie die Durchführung eines Schülerkongresses bildeten die Schwerpunkte der Arbeit seines Bundesvorstandes. Thomas Uher ist heute im Vorstand der Volksbank Wien.

Bundesobmann: Ralf Böckle

Beim 13. Bundestag der UHS wurde der erste Vorarlberger, Ralf Böckle, ehemaliger Bundesschulsprecher und Stellvertreter von Thomas Uher, Bundesobmann. Mit dem Titel „Weg mit Steno – her mit der Reform!“ legte Ralf ein Forderungspaket zur Reform der Handelsakademien vor. In seiner Zeit folgte ein Bildungsminister dem anderen: Auf BM Zilk folgte BM Moritz und dieser wurde von Hilde Hawlicek abgelöst. Neben dem HAK-Reformpapier, erarbeitete der damalige Bundesvorstand ebenfalls Konzepte zur Reform der AHS-Oberstufe und der „Höheren technischen Lehranstalt“ (HTL). Gleichzeitig konnte die Idee des Ministeriums, den HTBLA-Absolventen die Berufsberechtigung zu entziehen, verhindert werden.

Bundesobmann: Klaus Schöffmann

Die Zeit der Demonstrationen erlebte einen Höhepunkt unter Klaus Schöffmann, Bundesobmann ab 18. Oktober 1987. Der Kärntner war nur wenige Tage nach seiner Wahl mit den umfangreichsten Studentendemonstrationen seit 1968 konfrontiert. Über 10.000 Schüler solidarisierten sich spontan mit den Studenten und boykottierten den Unterricht. Gründe für die Protestaktionen waren die gebrochenen Zusagen von Hilde Hawlicek sowie das fehlende Durchsetzungsvermögen der damaligen Bildungsministerin. In dieser Zeit konnten aber auch einige Erfolge gefeiert werden. Geplante Kürzungen im Schulbereich mussten zurückgenommen werden und die Klassenschülerhöchstzahl wurde auf die geforderten 30 Personen reduziert. Neben den schulpolitischen Ereignissen fokussierte sich der Bundesvorstand auch auf die eigene Vereinsarbeit und stellte das Seminarprojekt in den Mittelpunkt. Mittlerweile war der Projektunterricht „salonfähig“ und bereit für die Öffentlichkeit.

Bundesobmann: Roman Kunyik

Am 22. September 1989 folgte Roman Kunyik, zuvor Wiener Landesobmann und AHS-Landesschulsprecher, als Bundesobmann nach. In seiner Zeit setzte die UHS die ersten Weichen zur Durchführung einer Schulsprecherdirektwahl, die heute Gesetz ist. Im Umweltbereich startete die UHS eine Unterschriftenaktion „Stoppt Bohunice!“, welche gegen den Bau des slowakischen Atomkraftwerkes mobilisierte. Neben gesellschaftlichen Themen verzeichnete die UHS auch Höhepunkte in der Bildungspolitik. In Romans Amtsperiode war die Auseinandersetzung, um die vom neuen Unterrichtsminister Rudolf Scholten geplante Streichung der Berufsberechtigungen für Schülerinnen und Schüler der Handelsakademie, das am stärksten diskutierte Thema. 12.000 Schülerinnen und Schüler demonstrierten vor dem Ministerium und deutlich über 50.000 Unterschriften konnten gegen diese Maßnahme gesammelt werden. Im Zuge des Einsatzes der UHS musste der Bildungsminister große Abstriche und Veränderungen eingehen. Des Weiteren sorgte Roman Kunyiks in seiner Amtszeit, dass auch Berufsschülerinnen und -schüler die Möglichkeit haben, der UHS beizutreten. Diese Statutenänderung ging Hand in Hand mit einer Aktion zur Reform der Berufsschulen. Das Thema „Politische Bildung“ wurde zu einem Schwerpunkt in dieser Zeit. Zu diesem aber auch zu einigen anderen Themen wurden Broschüren neu produziert oder wieder aufgelegt. Roman Kunyik arbeitet heute im Parlamentsklub der ÖVP als Referent für Bildungspolitik und andere wichtige Themen.

Bundesobfrau: Romy Seidl

Am 29. September 1991 war es endlich gab es sehr erfreuliches Novum. Die erste weibliche Bundesobfrau, Romy Seidl, wurde beim 19. Bundestag in Schwarzach im Pongau zur obersten Vertreterin der Organisation gewählt: Die Salzburgerin Romy Seidl, zuvor AHS-Landesschulsprecherin, führte die bis dahin größte Schülerbefragung Österreichs durch. Im Mittelpunkt der Umfrage stand die Neugestaltung der Ferienordnung, ein bis heute aktuelles Thema. Die Ergebnisse unter Oberstufenschülern in ganz Österreich brachten der UHS bundesweit eine hohe Medienaufmerksamkeit. Angefangen bei Tages-Zeitungen, Magazinen, Agenturen bis hin zu unzähligen Sendungen in Hörfunk und Fernsehen. Highlights diesbezüglich waren natürlich auch Beiträge in der Zeit im Bild, welche sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzten und für zusätzliche Bekanntheit sorgten. Außerdem gab die Union Höherer Schüler den Anstoß dafür, dass diese anhaltende öffentliche Debatte, endlich aktiv angegangen wird. Expertinnen und Experten, Lehrer- sowie Elternvertreter, politische Vertreter der Länder und klarerweise das Unterrichtsministerium beteiligten sich an den Diskussionen und setzten sich an einen Tisch. Die Forderungen damals beschäftigten sich mit autonomen freien Schultagen, den Herbstferien und eine Umgestaltung der Sommerferien. Zudem startete Romy Seidl während ihrer Obfrauschaft Europa-Aktivitäten in allen Bundesländern. Die ersten Europatage wurden im März 1992 durchgeführt und waren explizit auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnitten. Gleichzeitig konnte im März 1992 ein weiterer Erfolg verzeichnet werden, die UHS wurde zum vollwertigen Mitglied des Österreichischen Bundesjugendringes. Diese Aufnahme wurde 1975 zum ersten Mal beantragt und anschließend wurden mehrere Versuche unternommen. Romy Seidl hat es nach vielen Jahren unter enormen persönlichen Einsatz neuerlich probiert und geschafft. Ab diesem Zeitpunkt waren zumindest die großen Geldsorgen vorbei und die Schülerunion bekommt seither jährlich die Förderung der Bundesregierung als anerkannte Schülerorganisation. Nach ihrem Engagement in der Schülervertretung war Romy Seidl zwei Jahre lang stellvertretende ÖH-Vorsitzende an der Universität Wien. Heute arbeitet sie als Journalistin im ORF-Landesstudio Salzburg und ist Präsidentin vom Überparteilichen Frauen-Netzwerk Medien.

Bundesobmann: Feri Thierry

Mit 26. Oktober 1992 übernahm der Wiener Feri Thierry, ehemaliger Landesobmann der UHS-Wien, das Ruder. Es war auch die letzte Amtsperiode mit dem offiziellen Namen „Union Höherer Schüler“. Feri Thierry stand für Erneuerungen und sorgte für zahlreiche Reformen. Mit der Beziehung eines neuen Büros wurde nicht nur die Infrastruktur erneuert, auch die Organisations-Struktur wurde verbessert. So wurden mit der Wienerin Nina Slana die erste Bundessekretärin der UHS bestellt und schwache Landesorganisationen wieder gestärkt. Inhalt und Erscheinungsbild des Schülerblattes wurden vollkommen reformiert. „Veto“ war der neue Titel des verstärkt jugendorientierten Schülerblattes. Neu waren außerdem der zweiwöchentliche Schulsprecherbrief, eine Europa-Broschüre, das „Europa Planspiel“, eine Neuauflage des Schülervertreter-Handbuches, ein Leitfaden zur Durchführung von Aktionen an den Schulen und eine Berufsschul-Broschüre. Ein weiteres großes Projekt war der erste Schülerkongress in Rauris, der heute schon Tradition ist. Ebenfalls wurde eine Reise mit 120 Schülervertreterinnen und -vertreter kurz vor der Abstimmung über den EU-Beitritt durchgeführt. Im schulpolitischen Bereich machte die UHS mit einem Schulbuchberg vor dem Bundeskanzleramt, mit einem offenen Brief zum Thema „Wunschprüfung“ und mit der Forderung nach leistungsorientierter Lehrerbezahlung auf sich aufmerksam. Pressesprecher Florian Nowak erstellte eine Bilanz über die Tätigkeit Minister Scholtens, die mit einem „Nicht genügend“ zusammengefasst werden musste. Die Arbeit der UHS in dieser Zeit wurde bei den Wahlen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in der Bundesschülervertretung belohnt. Um den Verein und die Arbeit auf ein neues Niveau zu hieven, wurde der Arbeitskreis, „UHS 2001“ eingerichtet, der dann schließlich zum Antrag auf Namensänderung der Union Höherer Schüler zu Schülerunion führte. Feri Thierry wurde nach seiner Zeit als „letzter Bundesobmann der UHS“, Bundesobmann der Aktions-Gemeinschaft.

Bundesobmann: Alexander Rösch

Im Rahmen des 22. Bundestages in Wien am 18. September 1994 wurde der Vorarlberger Alexander Rösch zum Bundesobmann gewählt. An diesem Bundestag wurde die UHS mit einer knappen Zwei-Drittel-Mehrheit in „Schülerunion“ umbenannt. Das Amtsjahr von Alexander Rösch war geprägt vom „Schülerbegehren“, das von 13.000 Schülern unterzeichnet wurde. Die damals ganz frisch im Amt stehende Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer zeigte sich „überrascht über die große Zustimmung“ und es gab postwendend den ersten Erfolg des Schülerbegehrens. Die Wunschprüfung, die von seitens der Schülerschaft bis dahin zwei Wochen im Vorhinein vereinbaren hatte müssen, während Lehrer innerhalb von zwei Tagen Prüfungen festsetzen konnten, wurde in dieser Form abgeschafft. Heute müssen sowohl Schüler als auch Lehrer eine Prüfung „einen angemessenen Zeitraum“, was so viel bedeutet wie eine Woche vor ihrer Durchführung ankündigen. Außerdem legte der Bundesvorstand unter Alexander Rösch die große Broschüre „Schule in Aktion“ auf. In dieser Broschüre ging es um Aktionen und Projektmanagement. Sie war eine der erfolgreichsten Broschüren aller Zeiten und erfreute sich großer Beliebtheit. Alexander Rösch ist heute Jurist.

Bundesobmann: Andreas Piewald

Im September 1995 wurde der Niederösterreicher Andreas Piewald in Klagenfurt neuer Bundesobmann der Schülerunion. Er war zuvor Stellvertreter von Alexander Rösch. Seine Arbeit stand ganz im Zeichen des „Forderungspapiers der österreichischen Schülerschaft an die Bundesregierung“. Dort ging es verstärkt um die Themen „Politische Bildung“, Abschaffung der Pragmatisierung, Rauchen, Abschaffung der Schulbuch- und Freifahrtsselbstbehalte, Sanierung desolater Schulbauten, Reduktion der Klassenschülerhöchstzahl, Teilrechtsfähigkeit für Schulen, Anrechnung von Auslandssemestern, Ausbau der Schulautonomie, Reform der Notengebung sowie mehr Praxisunterricht in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Dieses Forderungspapier wurde unter großem Interesse der Öffentlichkeit an die Spitzenrepräsentantinnen und -repräsentanten der Republik übergeben und einige Forderungen, die von Andreas Piewald aufgestellt wurden, sind zum Vorteil des österreichischen Bildungssystems bereits verwirklicht. Andreas studierte Betriebswirtschaft an der WU Wien und ist Gründer und Leiter des „Jugendzentrum Pulverturm“ in seiner Heimatstadt Krems.

Bundesobmann: Christian Tesch

Als Nachfolger von Andreas Piewald wurde sein Stellvertreter Christian Tesch in Linz zum neuen Bundesobmann 1996/97 gewählt. In seiner Ära wurden viele Forderungen aus dem Schulbegehren durchgesetzt. Außerdem wurde unter Christian Tesch das inhaltliche Interesse und die Teilnahme am Meinungsbildungsprozess innerhalb der Schülerunion gestärkt. Christian Tesch war nach seiner Zeit in der Schülervertretung zehn Jahre lang Gemeinderat in seiner Heimatstadt Krems und dort unter anderem für Jugend zuständig. Von 2004 bis 2010 war er Landesgeschäftsführer der Jungen Volkspartei Niederösterreich.

Bundesobmann: Roman Heidinger

Auf Christian Tesch folgte wiederum ein Bundesobmann-Stellvertreter, der Wiener Roman Heidinger, wurde im September 1997 in Krems zum Bundesobmann gewählt. In seiner Amtszeit führte die Schülerunion einen Ideenwettbewerb zum Thema „Europa“ durch, um das Bewusstsein für die Europäische Union zu wecken beziehungsweise zu stärken. Tatsächlich konnten viele Schülerinnen und Schüler für dieses Thema begeistert werden und als Preis gab es die Brüsselreise, welche für alle Teilnhmenden ein unvergessliches Erlebnis war. Unter Roman Heidinger starteten die Schülerunion und die Bundesschülervertretung ein gemeinsames Projekt. Unter dem Namen „Bündnis für Bildung“, machten sie gemeinsam darauf aufmerksam, wie wichtig eine gute und fundierte Bildung für die Jugend ist. Roman Heidinger studierte Recht an der Uni Wien.

Bundesobmann: Lukas Mandl

Am 20. September 1998 wurde Lukas Mandl, der zuvor dreieinhalb Jahre lang Landesobmann der Wiener Schülerunion gewesen war, in Dornbirn zum Bundesobmann gewählt. Unter ihm bewährte sich die Schülerunion schon im Herbst im „großen Ringen um die Schulveranstaltungen“, als die Lehrergewerkschaft Schikurse, Sportwochen und Ähnliches boykottierte. Mandl stellte seine gesamte Amtszeit unter das Schwerpunktthema „Schulpartnerschaft“ und schaffte so den ersten bundesweiten Schulpartner-Gipfel, an dem auch die damalige Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer teilgenommen hat, auf die Beine zu stellen. In diesem Gipfel erreichte die Schülerunion, dass es ein gemeinsamen Grundbekenntnis zur Schulpartnerschaft verabschiedet wurde. Des Weiteren konnte die Schülerunion bei den Wahlen zu den Landesschülervertretungen im Jahr 1999 einen bis dahin nie dagewesenen Erfolg erzielen. Die Schülerunion gewann vier Sitze in der Bundesschülervertretung und hielt nach den Wahlen bei 25 von 30 Sitzen. Neben diesem unglaublichen Erfolg zu der Zeit, bearbeiteten Mandl und sein Bundesvorstand Projekte wie den Schülerkongress Rauris, der das erste Mal mit mehr als 200 Teilnehmenden stattfand oder einer neuen „Schule in Action“-Broschüre.

Im Jahr 2000 setzte Lukas Mandl die Initiative zur Gründung der „Freunde der Schülerunion“ als Förderverein und Netzwerk und betreute deren operative Arbeit bis 2003. Heute ist Lukas mit Kristina Mandl verheiratet. Die beiden haben einander mittelbar durch die Schülerunion kennen und lieben gelernt. Lukas Mandl wurde im Jahr 2008 durch Vorzugsstimmen in den Niederösterreichischen Landtag gewählt und ist mittlerweile Mandatar im Europäischen Parlament.

Bundesobfrau: Silvia Fuhrmann

Am 19. September 1999 wurde die burgenländische Silvia Fuhrmann als zweite Frau in der Geschichte der Schülerunion in das Amt der Bundesobfrau gewählt. Sie kleidete zuvor due Ämter der Landesobfrau der Schülerunion Burgenland, der Landesschulsprecherin und der stellvertretenden Bundesschulsprecherin. Unter Fuhrmann wurde die Idee der europäischen Schülerunion geboren, die 2014 realisiert wurde.

Nach Ablauf der halben Amtsperiode, wechselte sie als Bundessekretärin zur Jungen ÖVP, anschließend war sie Bundesobfrau der Jungen ÖVP. Sie wurde außerdem in den Nationalrat gewählt, wo sie als Kultursprecherin der ÖVP fungierte. Ihr folgte Stefan Friedrich als geschäftsführender Bundesobmann nach. Friedrich brachte in seiner Amtszeit Ordnung in die Schülerunionsfinanzen und machte sich daran, die überschuldete Organisation wieder geschäftsfähig zu machen.

Bundesobmann: Michael Höfler

Am 17. September 2000 wurde in Schladming der Niederösterreicher Michael Höfler, der schon im Vorstand unter Silvia Fuhrmann als internationaler Sekretär tätig war, zum Bundesobmann gewählt. Höfler nütze sein Jahr zur erfolgreichen Reanimierung dreier nicht existenter Landesorganisationen und konnte in seinem Jahr mit Sponsoring und Vermarktung der Schülerunion-Publikationen und Veranstaltungen eine positive Bilanz erwirtschaften und übergab die Schülerunion zum ersten Mal seit Jahren mit einem positiven Finanzstand. Mit einer zweiten Großveranstaltung, dem „Let’s start – Wirtschaft macht Schule“-Kongresses, wurde die Kooperation der Schülerunion mit dem Österreichischen Wirtschaftsbund eingeleitet. 240 Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit ihre Forderungen an die Wirtschaft weiterzutragen. In seine Amtszeit fiel auch die Einführung der jahrelangen Forderung nach politischer Bildung an den AHS, sowie die Einführung der Leistungsmappe. Darüber hinaus wurde mit der Aktion “Internet macht Schule” erstmals das neue Medium Internet in den Fokus der schulpolitischen Forderungen gestellt. Michael Höfler ist nach dem Studium an der FH Marketing&Sales und Doktorat an der Universität Klagenfurt Berater in Österreichs größter und führender PR- und Lobbyingagentur. Er unterrichtet ebnfalls als Universitätslektor an der WU-Wien sowie der FH Marketing&Sales.

Bundesobfrau: Eva Gollubits

Beim Bundestag im September 2001 in Salzburg wurde die Burgenländerin Eva Gollubits zur Bundesobfrau gewählt.
Sie war im vergangenen Schuljahr als Bundesschulsprecherin tätig gewesen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme von Eva Gollubits wurde im Jänner 2002 Bundessekretärin Rita Sommersguter-Maierhofer zur geschäftsführenden Bundesobrau bestellt.
In diesem Schuljahr wurde in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Wirtschaftsbund der Wirtschaftskongress und der „Best- Practice- Wettbewerb“ durchgeführt. Im Frühjahr wurde die Kampagne „Knock out“ gestartet. Dabei zielte diese Aktion darauf ab, schlechte Unterrichtsmethoden zu entlarven und Lehrpersonen für vollendete Tatsachen zu stellen. Weiters fand der größte Schülerkongress des Jahres erstmals im niederösterreichischen Zeillern statt.
Rita war zuerst parlamentarische Mitarbeiterin von Peter Sonnberger und vom ehemaligen ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon und anschließend Büroleiterin bei ihm. Danach studierte sie Psychologie in Wien und ist mittlerweile selbstständig als ADR Consultant, Mediatorin und Trainerin tätig.

Bundesobmann: Marc Vecsey

Am 30. Bundestag in Tulln wurde der ehemalige Wiener Landesschulsprecher, Marc Vecsey, in einer Kampfabstimmung zum Bundesobmann gewählt.
In seiner Amtszeit wurde die 30-Jahr-Feier der Schülerunion von Bernadett Thaler organisiert. Schulpolitisches Highlight des Jahres war die Stundenreduktionen, die vom Bildungsministerium durchgeführt wurde. Diese Reform führte anschließend dazu, dass die Lehrerinnen und Lehrer auf die Straßen gingen und dagegen protestierten.
Diese Situation nutzte die Schülerunion aus und erregte großes Aufsehen durch einen Leitfaden zur Berufung gegen ein „Nicht Genügend“, wenn dieses aus den Lehrerstreiks resultierte. Der Wirtschaftskongress fand in Klagenfurt statt. Der mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Schülerkongress wurde zum zweiten Mal in Zeillern durchgeführt. Beim Best-Practice-Wettbewerb wurden fünf Wirtschaftschule-Kooperationen mit einem Geldpreis ausgezeichnet. Die bundesweiten-Wahlen der Landesschülervertretung sowie Bundesschülervertretung verliefen leider weniger erfolgreich. Mit nur sieben Mandaten wurde ein Tiefpunkt erreicht.
Marc Vecsey hat 2007 sein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen.

Bundesobmann: Gregor Schütze

Am 31. Bundestag in Murau wird erstmals ein Oberösterreicher, der ehemalige Landesschulsprecher, Gregor Schütze zum Bundesobmann gewählt.
Ihn unterstützte erstmalig mit Bernhard Adamec ein Bundesgeschäftsführer. Das Jahr stand unter dem Stern von Strukturaufbau und vielen umfangreichen Reformen. Das Wort „Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter“ löste „Funktionärin bzw. Funkitonär“ ab. Es wurde ab dem Zeitpunkt verstärkt auf eine geschlechterspezifische Sprache geachtet. Die Mitarbeiter-Information sowie –Vernetzung wurden durch eine interne Kommunikationsplattform (das “Forum”) verstärkt. Außerdem wurde die Trainerausbildung reformiert und am Ende des Jahres gab es in jedem Bundesland eine aktive Landesorganisation. Die Strukturen in den kleinsten Landesorganisationen Burgenland und Vorarlberg wurden reaktiviert. Der Wirtschaftskongress ist erstmals 3-tägig zum Thema „Wirtschaft und Sport“ in Innsbruck und der Schülerkongress findet erstmals am Weissensee in Kärnten statt und sprengt mit über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern alle bisherigen Rekorde.
Die Schülerunion setzt Schwerpunkte im Bereich „Schule und Gesundheit“, „Berufsschule“ und bringt ihre Vorstellungen in den Verfassungskonvent ein. Auch wird das erste Mal seit langem wieder auf der Straße für mehr Mitbestimmung bei den Verhaltensvereinbarungen demonstriert. Bei den LSV-Wahlen kann der Mandatsstand von 7 auf 13 fast verdoppelt und der BMHS-Bereichssprecher in der Bundesschülervertretung wieder zurückerobert werden.

Gregor Schütze hat 2007 sein Studium der in Wien abgeschlossen und war bis Anfang 2008 Generalsekretär der Freunde der Schülerunion. Nach Tätigkeiten in der Privatwirtschaft wechselte er im Juli 2008 in das Kabinett von Innenministerin Dr. Maria Fekter und war ihr Pressesprecher.

Bernhard Adamec begann ein Studium des Bauingenieurwesens an der TU Wien und wechselte danach an die Hauptuniversität Wien um Philosophie zu studieren. Bis Anfang 2008 war er als Finanzreferent der Freunde der Schülerunion tätig.

Bundesobmann: Jürgen Stöttinger

Am 32. Bundestag in Bad Ischl folgte erneut ein Oberösterreicher als Bundesobmann. Der ehemalige BMHS-Landesschulsprecher Jürgen Stöttinger übernahm als zweiter UHSler (Oberösterreich blieb auch nach der Namensänderung dem Namen UHS treu) in Folge das Ruder der Schülerunion.
Es war ein überaus erfolgreiches Arbeitsjahr. Zum ersten Mal seit einigen Jahren gab es in jedem Bundesland eine funktionierende Landesorganisation. Vor allem auf den Aufbau von Vorarlberg wurde ein besonderer Wert gelegt, was angesichts der geographischen Lage (Großteil des Bundesvorstandes in Wien) überaus schwierig war. Die Teilnehmerzahlen der großen Kongresse konnten gehalten werden. Der Wirtschaftskongress verzeichnete 120 teilnehmende Personen und der Schülerkongress, wieder stattfindend am Weissensee, konnte mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer überzeugen.
Endlich konnte auch wieder die Mehrheit in der Bundesschülervertretung gewonnen werden. Istvan Deli aus dem Burgenland wurde im September 2005 mit einer knappen Mehrheit, ebenfalls mit Stimmen der Gegenorganisation, zum Bundesschulsprecher gewählt.
Jürgen Stöttinger ging zurück nach Linz, wo er sein Wirtschaftsinformatik-Studium fortsetzte und nebenbei Teilzeit für die UHS Oberösterreich gearbeitet hat.

Bundesobmann: Stephan Steinhofer

Den 33. Bundestag wäre aufgrund des Jahrhunderhochwassers beinahe ins Wasser gefallen. Der Austragungsort am westlichsten Ende Österreichs sowie die Naturkatastrophe lösten einigen Widerstand unter den Delegierten aus. Nach Langem hin und her fand der Bundestag in Lustenau wie geplant statt. Stephan Steinhofer, früherer Landesobmann des Burgenlands übernahm das Ruder zusammen mit seinem Geschäftsführer Thomas Steinkellner aus Kärnten. Das Bundesvorstandsteam von Steini & Steini umfasste 14 Mitglieder sowie Istvan Deli, den neuen Bundesschulsprecher. Sehr erfreulich war, dass aus jedem Bundesland mindestens ein Vertreter vorhanden war.
Zu den Erfolgen des Jahres zählte unter anderem die starke Einflussnahme auf die Schulrechtspakete von Ministerin Gehrer. Die Schülerunion hat es hier geschafft, dass einige Paragraphen des Gesetzes aus der Stellungnahme der Schülerunion direkt übernommen wurden. „Unser Wort ist Gesetz”, verkündete der Bundesvorstand anschließend. Weiters wurde die PSYSO-Kampagne für psychologische und soziale Betreuung fortgesetzt.

Am Ende des Schuljahres, in einer der letzten Sitzungen vor Auflösung des Nationalrates vor der Wahl, wurde eine langjährige Forderung der Schülerunion namens “Aus2mach1” beschlossen. Es kam zur Zusammenlegung der Semester im Abschlussjahr. Durch gemeinsame Arbeit von Ländern und Bund und durch gezielte Bewusstseinsbildung bei der Schülerschaft, Lehrerschaft und im Ministerium konnte dieses Ziel erreicht werden.
Im Frühjahr wurde eine bundesweite, groß angelegte Kampagne zum Thema Lehrplanentrümpelung gestartet. Unter dem Motto “Wozu brauch ich das?” wurde eine eigene Website samt Domain gelaunched, tausende Flyer und Sticker verteilt und Plakate aufgehängt. Der Bund und alle Bundesländer führten dieses Großprojekt gemeinsam durch. Hierbei ist zu erwähnen, dass es ein solches Unterfangen es schon lange Zeit nicht mehr gegeben hatte.
Ebenfalls gelang es der Schülerunion die Mehrheit in der BSV zu halten. Matthias Hansy aus Niederösterreich wurde Bundesschulsprecher. Gleichzeitig gelang es dem Verein auch das erste Mal seit fast einem Jahrzehnt alle drei Bereichssprecher für sich zu gewinnen. Im AHS-Bereich entscheidete ein Münzwurf. Die intensive Arbeit und die gute Kooperation mit den Ländern haben sich somit bezahlt gemacht.
Weiters konnte durch die Unterstützung von Othmar Karas (dritter Bundesobmann der Schülerunion & heute prominenter EU-Parlamentarier) eine Bundesleitungsreise nach Brüssel veranstaltet werden, bei der die Bundesleitung gemeinsam die Frühjahrskampagne erarbeitete. Weitere Großprojekte stellten ein Mitarbeiter-Coaching in Kärnten mit 80 Teilnehmenden, der Wirtschaftskongress in Retz mit 80 Personen sowie der Schülerkongress am Weissensee mit 220 Teilnehmern dar.

Stephan Steinhofer absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften am Juridicum Wien, arbeitet an seiner Karriere als Rechtsanwalt.
Thomas Steinkellner studierte an der WU Wien Wirtschaft & Recht.

Bundesobmann: Max Krempl

Der 34. Bundestag fand in Eisenstadt im Burgenland statt. Der ehemalige Landesobmann der niederösterreichischen Schülerunion Max Krempl übernahm am 4. September 2006 das Ruder der Österreichischen Schülerunion. Den Aufgabenbereich der Geschäftsführung übernahm die ebenfalls aus Niederösterreich stammende Veronika Pemmer.
Highlights des Jahres waren unter anderem das Mitarbeitercoaching, das von nun an „Learn 2 Fly“ tituliert wurde und durch die hohe Teilnehmerzahl ein riesen Erfolg wurde. Der Schülerkongress wurde vom Bundesvorstandsteam 2006/07 wieder zurück ins Schloss Zeillern in Niederösterreich gebracht.
Neben den üblichen Drucksorten gab die österreichische Schülerunion in diesem Jahr ein österreichweites 60-Seiten starkes Jugendmagazin heraus.
Auch bildungspolitisch gab es einiges zu tun. So wurde ein offener Brief an Dr. Alfred Gusenbauer veröffentlicht, in dem Max Krempl das Nachhilfeangebot des neu gewählten Kanzlers annahm beziehungsweise ihn zu einem Rhetorik-Seminar der Schülerunion einlud. Zusätzlich machte das Team durch einige Kampagnen wie Gesamtschule oder Tausche Arbeitsplatz auf sich aufmerksam.

Heute ist Max Krempl Stadtrat der Stadt Sankt Pölten.

Bundesobfrau: Martina Kaufmann

Die Steirerin Martina Kaufmann übernahm die Schülerunion beim 35. Bundestag in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten. Mit Unterstützung ihres Teams, allen voran die Bundesgeschäftsführerin Sandra Spörk aus Wien, wurde das Jahr zu einem sehr denkwürdigen für die Österreichische Schülerunion. Mit einer groß angelegten Kampagne gegen Gewalt an Schulen „Blauäugigkeit – Nicht immer passt die Faust aufs Auge!“ präsentierte sich die Schülerunion innerhalb kurzer Zeit in nationalen sowie internationeln Medien. Mit Aktionstagen zum Thema „Gewalt an Schulen“, neuen Drucksorten und einer Kooperation mit dem „Scary Guy“ positionierte sich die Schülerunion ganz klar gegen das immer größer werdende Problem „Gewalt an Schulen“. Auch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur rund um Ministerin Claudia Schmied fand Gefallen an der Initiative und schnürte ein Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Schulen.

Das neu angelegte „Learn 2 Fly“ aus dem Vorjahr wurde zum „Fly“ weiterentwickelt. Der Wirtschaftskongress fand in Eichgraben in Niederösterreich statt und war ein voller Erfolg. Der Schülerkongress fand erstmals in Schielleiten bei Hartberg in der Steiermark statt und behielt den Status „größter Schülerkongress Österreichs“.
Der große Erfolg der Arbeit zeichnete sich zum Ende des Jahres ab. Nach den alljährlichen Vertretungswahlen am Ende des Schuljahres stellte die Schülerunion 24 von 29 Landesschulsprecherinnen und Landesschulsprechern.

Sandra Spörk schloss im Herbst 2009 ihr Studium an der FH für Sozialarbeit in Floridsdorf ab.

Martina Kaufmann arbeitete nach der Schülerunion in der Bundespartei der Österreichischen Volkspartei und wechselte im Juni 2009 nach Graz in den Gemeinderatsclub der ÖVP, wo sie nun den Aufgaben in der Kommunalpolitik nachging. Ende Mai 2010 wechselte Martina als Pressesprecherin und Referentin für Kinderbetreuung und Sport zum Stadtrat für Familien, Kinder, Jugend und Sport in Graz.

Bundesobmann: Matthias Hansy

Am 36. Bundestag übernahmen in Pöllau wieder zwei Niederösterreicher das Ruder innerhalb der Schülerunion. Bundesobmann Matthias Hansy, zuvor NÖ-Landesobmann und Bundesschulsprecher, und Bundesgeschäftsführer Georg Traxlmayr bildeten mit 13 weiteren jungen motivierten Persönlichkeiten das Team „schülerunion.inspired“ und starteten engagiert in ein ereignisreiches Jahr.

Als BM Schmied im Frühjahr 2009 über Monate hinweg einen Stillstand in der Bildungspolitik verursachte, stellte die Schülerunion ein medial vielbeachtetes Ultimatum auf, mit dem sie die Unterrichtsministerin zur Aufnahme von Gesprächen mit der BSV und zur Umsetzung von drei schulpolitischen Forderungen drängte. Andernfalls würde der anstehende PISA-Test boykottiert werden. Nach dem Verstreichen der Frist setzte die Schülerunion am 15. April gemeinsam mit Bundesschulsprecher Nico Marchetti unter großer medialer Beachtung ihre Ankündigung in die Tat um und binnen weniger Tage zeichnete sich ein klarer Erfolg des Boykottes ab, wodurch die Studie aufgrund zu geringer Beteiligung unbrauchbar wurde. Die Unzufriedenheit der Schülerinnen und Schüler mit der bisherigen Bildungspolitik eskalierte schließlich, als das Unterrichtsministerium die Streichung der schulautonomen Tage ankündigte und die Schülerunion mit einer Klagsdrohung in Millionenhöhe konfrontiert war. Infolgedessen demonstrierten wenige Tage darauf rund 60.000 Schülerinnen und Schüler (allein 27.000 vor dem Parlament) gegen BM Schmied. Durch die Protestbewegung konnten Schmieds Pläne, die schulautonomen Tage abzuschaffen, schlussendlich verhindert werden. Die Klage wurde nach massivem öffentlichem Protest schließlich zurückgezogen. Aufgrund dieser Ereignisse hielt sich die Schülerunion mit hunderten Interviews zahlreicher Bundes- und Landesfunktionärinnen und -funktionären den gesamten April in allen großen Medien Österreichs auf.

Ebenfalls für ein großes mediales Aufsehen sorgte die Schülerunion auch mit einer kantigen Profilierung zur geplanten Zentralmatura („Rasenmäherpolitik“) sowie mit der Schlichtung des Kussverbotes in der HS Gunskirchen, welche die Schülerunion weltweit in die „Gossip“-Schlagzeilen brachte. Auch mit der extravaganten Pro-EU-Kampagne „Europa hautnah erleben“ sorgte die Schülerunion für Aussehen.

Durch einen professionellen Imagefilm konnte sich die Schülerunion erfolgreich nach außen präsentieren. Ende Jänner initiierte Bundesschulsprecher Nico Marchetti das erste österreichweite Schülerparlament in Wien.

Neben dem schulpolitischen Engagement durfte sich die Schülerunion über reges Teilnehmerinteresse an Mitarbeitercoaching („Fly“, Steyregg in OÖ), Wirtschaftskongress („Europize me“, Gnadenwald in Tirol) und Schülerkongress („Ab in den Dschungel“, Zeillern in NÖ) erfreuen.

Die Entwicklungen dieses Jahres schlugen sich schließlich auch bei den LSV-Wahlen nieder. Die Schülerunion konnte eine überragende Mehrheit mit 23 von 29 BSV-Mandaten und 134 von 156 LSV-Mandaten erreichen, sowie Landesschulsprecherinnen und Landesschulsprecher in allen Bundesländern (inklusive der damals bestehenden AKS-Hochburg Salzburg) stellen. Die AKS erreichte den historischen Tiefstand von vier Mandaten. Zwei Mandate entfielen auf unabhängige Schülervertreter.

Bundesobmann: Oliver Möllner

Der 37. Bundestag in Ossiach wählte nach langer Zeit wieder einmal einen Wiener zum Bundesobmann der Schülerunion. Oliver Möllner übernahm als Bundesobmann gemeinsam mit der Niederösterreicherin Clara Pitzinger als Bundesgeschäftsführerin und weiteren 12 Akteuren aus 7 verschiedenen Bundesländern die Leitung der Schülerunion.

Im Schuljahr 2009/2010 war vor allem die Qualitätssteigerung beziehungsweise das verbesserte Weiterbildungsangebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Organisation ein hohes Ziel. So standen in diesem Jahr neben dem Mitarbeitercoaching, das für 100 Personen Platz fand, rief man auch ein Aktionstagscoaching ins Leben, bei dem 12 neue Aktionstagstrainerinnen und -trainer ausgebildet wurden. Neben der Trainerausbildung, die auf 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgestockt wurde, stand erstmalig eine interne Trainerweiterbildung auf dem Programm. Außerdem fanden der Wirtschaftskongress und der Schülerkongress wie gewohnt statt.
Inhaltich präsentierte sich die Schülerunion mit ihrer Bürgerinitiative „Demokratie macht Schule – MEINE Meinung ist nicht wuaschd“ in allen Bundesländern. Mit insgesamt 12.000 Unterstützungserklärungen, landete sie auch in der Tagesordnung des österreichischen Nationalrates. Im Unterrichtsausschuss wurde die Petition in mehreren Sitzungen den Parlamentariern durch die Schülerunion und der Bundesschulsprecherin Pia Bauer präsentiert.

Die LSV Wahlen begannen mit einem bundesweiten Wahlkampfauftakt, der zentral im schönen Zell am See stattfand. Aus ganz Österreich kamen die Kandidatinnen und Kandidaten der Schülerunion zusammen, um noch einmal neue Motivation für die letzten Wochen bis zu den Wahlen zu sammeln. Dem Ziel die Schülerinnen und Schüler Österreichs als eine Schülerunion zu vertreten, konnte damit näher gerückt werden.
Das Ergebnis der LSV-Wahlen konnte sich auch in diesem Jahr wieder sehen lassen. Die bis dato höchste Anzahl an Mandaten in der BSV wurde übertroffen. Ab diesem Zeitpunkt stellte man 24 von 29 BSV-Mandaten, während drei Mandate von der AKS kamen und 2 weitere verteilten sich auf Unabhängige Schülervertreter. Mit 129 von 156 Landesschülervertretern war die Schülerunion die stärkste Schülerorganisation in der gesetzlichen Schülervertretung im Schuljahr 2010/2011.

Bundesobmann: Oliver Möllner

Oliver Möllner kandidierte am 38. ordentlichen Bundestag in Wien abermals zum Bundesobmann, bei dem er mit 92 % der Delegiertenstimmen wiedergewählt wurde. Zusammen mit Isabell Bitschnau als Bundesgeschäftsführerin, Philipp Pinter, der in der Funktion des Bundesschulsprechers den Bundesvorstand unterstützte. In. Möllner II bestand der Bundesvorstand aus 14 Personen und deckte sieben Bundesländer ab.

Dem inhaltlichen Seminar „UpDate“, das die Basis für die inhaltliche Arbeit in diesem Jahr legte, folgte im Dezember das traditionelle FLY, bei dem verstärkt auch neue Schülervertreterinnen und -vertreter aus den Bundesländern gefördert wurden. Von Beginn des Jahres an, war die Bundesleitung bemüht unter dem Motto „Eine Schülerunion“ alle neun Landesorganisationen zu den Veranstaltungen der Bundesorganisation zu mobilisieren. Die Aktionstagstrainerausbildung sowie die Trainerausbildung konnte ebenso weitergeführt werden, wie die Trainerweiterbildung der erfahrenen Trainer der Schülerunion. Die Arbeit und Zusammenarbeit der Bundesleitung wurde maßgeblich auf den beiden Klausuren der Bundesleitung, jeweils zu Semesterbeginn gestaltet, wodurch die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Arbeit in den Ländern und der Bundesorganisation gesichert werden konnte.

„Do it yourself“ war das Schlagwort eines eigens neuentwickelten Politikplanspiels, das den Rahmen für den diesjährigen Wirtschaftskongress vorgab. Ein Schülerunions-TV-Sender „Surf1“, eine Mediengruppe und fünf virtuelle Planspielgruppen sorgten für ein revolutionäres Wochenende, welches auch in Zukunft von Bedeutung sein sollte.

Des Weiteren konnte durch die Kooperation mit der Bundesschülervertretung und dem engen Mitwirken der Bundesländer die größte Schülerumfrage Österreichs gestartet werden. Die Umfrage trug den Titel „Teach me if you can“ und erzielte 22.000 rückgesandte Umfragebögen. Dies bildete die Basis für die späteren Inhalte und sorgten für einen erhöhten Bekanntheitsgrad unter der Schülerschaft Österreichs.

International versuchte man durch Kooperationen mit der Bundesjugendvertretung, der OBESSU oder Schülerorganisationen aus der Schweiz, Italien, Skandinavien, Deutschland und vor allem Holland europäische Schulpartner für die Interessen der Schülerschaft zu finden. Die dreitägige Reise nach Amsterdam zu unseren Freunden der „LAKS“ (Schülerorganisation Holland) war der Höhepunkt der Zusammenarbeit, der durch den Besuch der „LAKS“ in Wien im Frühling nochmals verstärkt wurde. Die gute Zusammenarbeit auch der Bayrischen Landesgruppe sollte durch den Besuch einer Delegation auf den jeweiligen Veranstaltungen unterstrichen werden.

Traditionellen Veranstaltungen, wie der Weihnachtsfeier beziehungsweise dem Schülerkongress im Schloß Zeillern, mit Live-Musik Auftritten und 160 anwesenden Schülerinnen und Schüler, folgte ein Wahlkampfauftakt, der dem diesjährigen Wahlkampfmotto „FORCA!“ alle Ehre erwies. Die erneut eingeflößte Motivation zahlte übertrug sich auch auf das Ergebnis. Bei den Landesschülervertretungswahlen erreicht man 22 Mandate in der Bundesschülervertretung, 3 Bereichssprecher und wiederum das höchste Amt des Schülervertreters, den Bundesschulsprecher. Eine noch nie dagewesene Wahlkampfmobilisation durch und mit den Bundesländern, sorgte für eine internen Zusammenhalt und für den eingefahrenen Erfolg.

Als Belohnung und Abschluss für das bisherige Schuljahr veranstaltete die Bundesorganisation am Bodensee in Vorarlberg das traditionelle Sommercamp, jedoch unter dem neuen Namen „SU Village“. Knapp 85 begeisterte Schülerunion Fans aus allen Himmelsrichtungen pilgerten für ein Wochenende in das westlichste Bundesland, um auch in den Sommerferien SU Feeling zu tanken.

Bundesobmann: Jim Lefebre

Beim 39. ordentlichen Bundestag in Innsbruck übergab Oliver Möllner nach zwei Jahren das Zepter dem Steirer Jim Lefebre, der davor Internationaler Sekretär war. Nachfolger von Isabell Bitschnau wurde der ehemalige Obmann der UHS Oberösterreich Lukas Holter. Gemeinsam mit ihrem Team legten sie die Schwerpunkte in diesem Schuljahr auf inhaltliche Weiterentwicklung und interne Weiterbildungen. Nach außen hin präsentierte sich die Schülerunion durch eine professionelle Pressearbeit gemeinsam mit der Bundesschülervertretung als die Ansprechpartner in Sachen Schülervertretung.

Zu den größten Highlights des Jahres zählten die Kampagne „Bildungsverlierer – wir wollen keine werden!“, mit welcher man sich gegen Schulabbrecher und für lebensnahen Unterricht einsetzte und die Verschiebung der Einführung der Zentralmatura, die man nach intensiven Verhandlungen und einer starken Zusammenarbeit mit der Bundesschülervertretung für die Schüler erreichen konnte. Auch im Bereich des Service konnte der Bundesvorstand mit Neuauflagen verschiedenster Broschuren und Leitfäden alle Landesorganisationen unterstützen. Außerdem gelang es nach vielen Jahren erneut ein bundesweites Magazin, die „SU.DOKU“ mit Hilfe von Redakteuren aus allen Bundesländern zu gestalten.

Neben den vielen, mittlerweile traditionellen Veranstaltungen, wie dem „FLY“, dem Wirtschaftskongress und dem Schülerkongress, konnte mit der „Bildungstour“ eine schulpolitische Diskussions-Tour durch alle Bundesländer ins Leben gerufen werden, die den Grundstein für ein neues Grundsatzprogramm und ein neues Positionspapier schaffte. Diese offiziellen Dokumente wurden am 40.Bundestag in Salzburg beschlossen. Bei den LSV-Wahlen gelang es, ein historisches Ergebnis zu erzielen und 27 von 29 Mandate in der Bundesschülervertretung zu stellen.

Zwischen 2013 und 2015 war Jim Lefebre Vorsitzender der Bundesjugendvertretung.

Bundesobmann: Daniel Perschy

Am 40. ordentlichen Bundestag in Salzburg wurde Daniel Perschy aus Wien zum Bundesobmann gewählt. Gemeinsames Ziel, mit Bundesgeschäftsführerin Vera Regensburger und seinem zwölf-köpfigen Team aus nahezu allen Bundesländern, war die Schülerschaft in den Mittelpunkt der Arbeit zu rücken und Forderungen nicht vom guten Willen des Ministeriums abhängig zu machen.

Inhaltlich verfolgte man das Ziel der „Idealen Schule“ näher zu kommen und das inhaltliche Interesse innerhalb der Schülerunion zu wecken. Um das zu erreichen wurden Schülerwerkstätten geschaffen, welche Workshops darstellten, bei denen man mit Schülerinnen und Schülern direkt an Schulen in Kontakt getreten ist und ihre Meinung einholte. Mit den Landesvorständen und Landesschülervertretungen wurde im Rahmen der Bildungstour über das Grundsatzprogramm und Positionspapier diskutiert. Neue Positionen wurden am 41. Bundestag in Linz abgestimmt.

Im zentralen Fokus standen die drei Themenbereiche Schulautonomie, Talentförderung und Mitspracherecht für die Schülerschaft. Der größte Erfolg war die Einführung des Bundesschulgemeinschaftsausschusses (BSGA) durch unseren Bundesschulsprecher Felix Wagner.

Außerdem stellten auch die Seminare wieder einen wichtigen Teil des Jahres dar. Zu Beginn stand die Mitarbeiter-Aus- und Weiterbildung im Zentrum unserer Arbeit. Sie fand zum ersten Mal unter dem Namen „Level Up!“, an drei Standorten in Österreich statt, um Basiswissen für die Arbeit in den Landesvorständen zu vermitteln. Das „Fly“ war weiterhin wichtiger Bestandteil des Jahresprogramms. Das Aktionstagstrainercoaching fand 2012/13 zum ersten Mal in Ost- und Westösterreich statt wodurch auch die Teilnehmerzahl verdoppelt wurde. Beim Frühjahrsseminar drehte sich diesmal alles um die Europäische Union. Am neuen EU-Convent wurden mittels eines Planspiels die Abläufe der EU erläutert. Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Pannonia Tower (Burgenland) zeigten großes Interesse an dem Thema. Mit dem selbstentwickelten Planspiel wurde im folgenden Jahr sogar die nationale Ausscheidung des europäischen Jugend-Karlspreises gewonnen.

Das Highlight in jedem Schülerunions–Jahr ist der Schülerkongress. 250 Schülerinnen und Schüler erlebten an vier Tagen die Welt der Schülerunion und tauchten unter dem Motto „Helden unserer Kindheit“ in die Faszination Softskills ein.

Neben den Seminaren fanden auch eine Vielzahl an anderen Projekten statt. Durch die Schulstartaktion war die Schülerunion erstmals Teil eines Charity-Projekts namens „Fundament Bildung“. Mit der Hilfe von allen Mitgliedern und vielen Schülervertreterinnen und -vertreter wurden € 26.678,44 gesammelt, wodurch ein Schulbau in Kenia finanziert wurde. Die Idee dahinter war ein Bewusstsein für unsere wichtige Ressource „Bildung“ schaffen zu. Ein weiteres umfangreiches Projekt während des Vorstandjahres und wohl auch einer der größte Erfolg war die Umgestaltung der Corporate Identity. Die Bundesleitung war sich einig, dass die Schülerunion dringend einen neuen Anstrich notwendig hatte. Das Logo wurde verändert, die Farben wurden beibehalten. Alle Websiten, der Social-Media-Auftritt, die Drucksorten und alle Werbemittel der Bundesorganisation und der Landesorganisationen wurden erneuert und im Rahmen der 40-Jahr-Feier der Öffentlichkeit präsentiert. Somit war garantiert, dass die Schülerunion auch in den nächsten Jahren zeitgemäß auftritt.

Bei den Wahlen konnte der unzerbrechliche Zusammenhalt wieder unter Beweis gestellt werden und der Aufwand in den härtesten drei Wochen des Jahres machte sich bezahlt. Die Schülerunion stellt im darauffolgenden Schuljahr 26 von 27 Landesschulsprecher, 149 von 156 Mandate der Landesschülervertretungen und zwei von zwei ZLA-Sprechern. Somit kommen 28 von 29 Vertretern der Bundesschülervertretung aus der Schülerunion. Das beste Ergebnis der Geschichte!

Bundesobmann: Thomas Gaar

Beim 41. Ordentlichen Bundestag in Linz am 10. August 2013 wurde der Steirer Thomas Gaar zum Bundesobmann gewählt und die Kärntnerin Martina Tiwald zur Bundesgeschäftsführerin bestellt. Die Schwerpunkte des 13-köpfigen Bundesvorstandes lagen im Kontakt zur Schülerschaft, der inhaltlichen Arbeit und der Stärkung der regionalen Struktur.

Nachdem im Schuljahr 2013/14 zwei große Wahlen stattfanden, wurde mit einer Kampagne zur Nationalrats-Wahl und einer noch größeren zur EU-Wahl („Inspire Europe – Erwecke die EU in dir“) auf Schülerebene ein Zeichen für politische Bildung gesetzt. Doch nicht nur die Wahl war ein großes europäisches Ereignis aus Sicht der Schülerunion, sondern ebenso ein langes geplantes Projekt. Durch verstärkten Kontakt zu Schülerorganisationen in anderen Ländern, war es im April 2014 nun soweit. Die EUPAS,  European Pupils Association, wurde unter österreichischer-deutscher Federführung mit fünf anderen Ländern gegründet. In der EUPAS agierten Thomas Gaar als General Secretary und Stefanie Torres (internationale Sekretärin) als Vice-Chairman und später als President maßgeblich mit.

Auf bildungspolitischer Ebene konnte auch einiges weitergebracht werden. In der Regierungsvereinbarung von SPÖ und ÖVP fanden sich Punkte wie das gesetzliche Schülerparlament und die Verankerung des B-SGA wieder. Im Dezember gab es viele Verhandlungsrunden mit dem BIFIE und dem Unterrichtsministerium rund um das Thema Zentralmatura. Selten war die Stimme der Schülervertretung so gewichtig, dass auf etliche Forderungen der Schülerunion eingegangen wurde (Probeschularbeiten im Zentralmatura-Format, Online-Lernplattform, Notenschlüssel-Korrektur in Englisch).

Die Marke Schülerunion konnte nach Innen und Außen um einiges gestärkt werden. Mit dem Projekt „AGENDA.SCHÜLERUNION“ wurden alle Funktionärinnen und Funktionäre zur weiteren Entwicklung der Organisation befragt. Mit einer eigenen Schülerunions-App wurde der Schülerschaft ein zusätzlicher Nutzen generiert. Außerdem wurde ein Online-Merchandising-Shop mit einigen Artikeln eingerichtet. Der jährlich ausgeteilte Schülerkalender wurde durch ein moderneres Schulheft ersetzt. Vier große Seminare (Level Up, Fly, EU-Convent und Schülerkongress) rundeten das Jahr stimmig ab.

Bei den LSV-Wahlen konnte man den Erfolgslauf der letzten Jahre fortsetzen und 25 der 28 BSV-Mitglieder (aus dem ZLA-Bereich wurde wegen Formalfehler nur eine Person gewählt) kommen aus den Kreisen der Schülerunion.

Bundesobmann: Felix Wagner

Am 42. Bundestag in Graz wurde der ehemalige Bundesschulsprecher und Niederösterreicher Felix Wagner zum Bundesobmann gewählt. Mit ihm trat die Burgenländerin Julia Trinko das Amt der Bundesgeschäftsführerin an. Die Schwerpunkte ihres Vorstandsjahres waren die interne Mitarbeiterweiterbildung und die Schärfung des inhaltlichen Profils der Schülerunion.

Erstmals fand ein bundesweites internes Mitarbeitercoaching für ausgewählte Personen statt. Unter dem Namen „Big MAC“ wurden achtzehn Schülerinnen und Schüler vier Wochenenden lang auf ihre Laufbahn als Funktionärin oder Funktionär vorbereitet. Weiter wurde Zeit in eine bundesweite Hardskill-Ausbildung für angehende Filmer gesteckt.

Zur Schärfung des inhaltlichen Profils arbeitete die Bundesleitung unter Einbezug aller Mitglieder in einem langen Prozess an einem Vision Statement, „Weil Schule mehr kann“, für die Schülerunion. Mit Februar war es so weit und das Ziel war erreicht. Auf dem darauffolgenden Bundestag wurde selbiges abgestimmt und im Grundsatzprogramm verankert. Ebenfalls erstellte die Bundesleitung erstmals ein Konzeptpapier, in dem fortan sämtliche inhaltliche Konzepte gesammelt werden sollten, um das Grundsatzprogramm und Positionspapier sinnvoll zu ergänzen. Einige Konzepte für selbiges Papier wurden im „TONI“ – „Think of new Ideas“, einem Think-Thank Prozess, welcher sich über das ganze Jahr zog, erarbeitet.

In der Öffentlichkeit stand die Schülerunion wegen des ersten flächendeckenden verpflichtenden Durchgangs der Zentralmatura an den AHS. Hier organisierte sie die Kampagne „Für genug Vorbereitungsstunden“, da diese drastisch gekürzt werden sollten. Im Frühjahr fand außerdem die Kampagne „Planlos“ statt, bei welcher mit einem Video, Streetactions und zahlreichen bildungspolitischen Podiumsdiskussionen darauf hingewiesen wurde, wie „planlos“ unser Bildungssystem dasteht.

Bei den Wahlen zur Landesschülervertretung gewann die Schülerunion beachtliche 27 von 29 Mandate in der Bundesschülervertretung und 140 Mandate in den Landesschülervertretungen.

Bundesobmann: Philipp Kappler

Am 8. August 2016 wurde der ehemalige Kärntner Landesobmann Philipp Kappler zum Bundesobmann gewählt und die Salzburgerin Astrid Wallinger zur Bundesgeschäftsführerin bestellt. Die Schwerpunkte des 12-köpfigen Bundesvorstandes lagen auf der bildungspolitischen Arbeit, der Datenverwaltung der Schülerunion und der internen Mitarbeiterausbildung.

Zum mittlerweile zweiten Mal fand das Mitarbeitercoaching der Schülerunion statt, bei dem 13 Personen über 3 Wochenenden hinweg wertvolle Skills für ihre Zeit in der Schülerunion gelehrt bekommen haben. Des Weiteren fanden wieder Weiterbildungen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement statt. Das Angebot konnte mit einer Layoutausbildung und einer Ausbildung für Aktionstagscoaches abgerundet werden.

Erstmals benutzte die Schülerunion ein professionelles Mailingprogramm, um ihre Zielgruppe noch besser erreichen zu können. Im Zuge dieses Prozesses wurde auch die Homepage umgestellt und erneuert, was ein wichtiger Schritt war, um den Onlineauftritt zu verbessern. Ebenfalls wurde das Konzeptpapier durch ein von über 100 Mitgliedern ausgearbeitetes Konzept zur Digitalisierung und ein Papier zu Flüchtlingen im österreichischen Schulsystem ergänzt.

In der Öffentlichkeit war die Schülerunion vor allem durch die Bildungsreform sehr präsent und konnte sich im Zuge dessen für Österreichs Schülerinnen und Schüler einsetzen. Mit der Kampagne „#unverzichtbar“ wurde mithilfe von Streetactions, Videos und zahlreichen Terminen bei Stakeholdern auf die Leistung von Ehrenamtlichen in Österreich, insbesondere im Bildungssektor, aufmerksam gemacht. Ein weiterer wichtiger Punkt war natürlich wieder die Zentralmatura, die dieses Jahr erstmals flächendeckend in den BHS stattfand.

Bei den Wahlen zur Landesschülervertretung konnte der Erfolgslauf der Schülerunion während der letzten Jahre mit beachtlichen 26 von 29 Mandaten in der Bundesschülervertretung und 139 in den Landesschülervertretungen fortgesetzt werden.

Bundesobfrau: Michaela Oppitz

Nach jeweils einem Jahr als AHS-Landesschulsprecherin und als Bundesvorstandsmitglied wurde die Oberösterreicherin Michaela Oppitz am 44. Bundestag in Velden am Wörthersee zur neuen Bundesobfrau gewählt. Als Bundesgeschäftsführer unterstützte sie der ehemalige Landesobmann der Schülerunion Niederösterreich Sebastian Lembacher. Der Schwerpunkt des Jahres war es, die bildungspolitische Arbeit mehr in den Fokus zu rücken und hier auch mit der Ausgestaltung der Veranstaltungen Folge zu leisten.

Resultierend aus diesem Schwerpunkt wurde mit der Bildungskonferenz eine ganz neue Veranstaltung geschaffen, bei der es darum ging, den Funktionärinnen und Funktionären die Möglichkeit zu geben, sich ihr ideales Bildungssystem zu schaffen und Grundsätzliches zu diskutieren. Inspiriert von Keynote-Speakern wurde zwei Tage lang gebrainstormt, konzipiert, diskutiert und schlussendlich viele gänzlich neue Zugänge zu Bildung präsentiert.

Es wurde in diesem Jahr auch versucht, in Themenbereichen, in denen bisher in unserem Positionspapier noch nicht jene Fülle vorhanden war, wie sie gewünscht war, das vorhandene Potential auszuschöpfen. An drei verschiedenen Standorten verteilt in ganz Österreich wurde über Integration, Berufsschule und Pflichtschulen diskutiert. Viele der dort gefunden Forderungen haben am Ende des Jahres zu einer Schärfung unseres Positionspapiers beigetragen.

Bildungspolitisch blieb vor allem das Schulautonomiepaket in Erinnerung. Nach etlichen und langen Verhandlungen wurden die Positionen der Schülerunion zum Teil in das Gesetzespaket aufgenommen. Einerseits war der Begriff Schulautonomie stark von der Schülerunion geprägt, andererseits konnte man Forderungen wie die Verankerung eines Schulpartnerschaftlichen Gremiums auf Landesebene sowie Lehrerfeedback im Vorschlag der Ministerin wiederfinden.

Im Rahmen des Wahlkampfes wurde die österreichweite Forderung nach mehr Talentförderung  thematisiert und dazu eine Kampagne gestartet. Schlussendlich gewann die Schülerunion beachtliche 24 von 29 Mandate in der Bundesschülervertretung und 140 in den Landesschülervertretungen.

Bundesobmann: Sebastian Ratz

Am 12. August 2017 wurde der ehemalige Vorarlberger Landesschulsprecher und Bundesvorstandsmitglied (2016/17) Sebastian Ratz zum neuen Bundesobmann der Schülerunion gewählt. Zur Bundesgeschäftsführerin wurde Lena Milacher bestellt, die vorher Landesobfrau in Salzburg war. Schwerpunkte des Jahres waren die bildungspolitische Arbeit im Zuge des Regierungswechsels, die Berufsschulen, die interne Weiterbildung und auch die Weiterentwicklung der Schülerunion.

Das Jahr startete damals im Herbst mit der Kampagne „Mission 21 – Deine Schule braucht dich jetzt!“. Im Zuge dieser Kampagne wurde ein 50-seitiges Konzept gemeinsam mit den verschiedensten Experten erarbeitet und abschließend dem neuen Bildungsminister Heinz Faßmann überreicht. Besonders erfreulich war, dass sich einige Forderungen auch im Regierungsprogramm wiederfanden.

Generell konnte in diesem Jahr bildungspolitisch vieles in die Wege geleitet und auch umgesetzt werden. Das größte Highlight war die Umsetzung der jahrelangen Forderung einer gesetzlichen Verankerung des Schülerparlaments. Darüber hinaus fand heuer das ÖSIP wieder im Nationalratssitzungssaal statt, bei dem neue Forderungen formuliert wurden.

Im Zuge unserer bundesweiten Seminare war es wichtig, diese nachhaltig weiterzuentwickeln, Bewährtes zu bewahren und dennoch neue Akzente zu setzen. Negative mediale Berichte und Krisenkommunikation waren Dinge, mit denen die ganze Schülerunion stark konfrontiert war. Die damalige Krisenzeit hat wieder einmal gezeigt, wie stark die Schülerunion ist und lies uns alle ein Stück näher zusammenrücken.

Ebenfalls ein wichtiges Event des Jahres war der Brain Day, bei dem Funktionärinnen und Funktionäre aus ganz Österreich Ideen zu Weiterentwicklung sammelten. Gemeinsam wurde an Zielen für die Strukturen der Schülerunion bis zum 50. Geburtstag gearbeitet, die im Rahmen des Bundestags beschlossen wurden. Hierzu wurde zudem auch ein Chronik Projekt gestartet. Auch die DSGVO war ein Thema, das einige strukturelle Änderungen mit sich brachte.

Erfolgreich abschließen konnte man dieses Jahr auch im Rahmen des Wahlkampfs unter dem Motto „#unbezahlbar- was ist uns die Bildung wert?“. Die Kampagne wies auf die Wichtigkeit der Digitalisierung in Österreichs Schulen hin. Mit 129 von 156 LSV-Mandaten und 22 von 29 BSV-Mandaten wurde erneut die Stärke der Schülerunion zum Ausdruck gebracht.

Bundesobmann: Tobias Hofstätter

Am 4. August wurde der Wiener Tobias Hofstätter nach jeweils einem Jahr im Landes- und Bundesvorstand beim 46. Bundestag in Kufstein zum neuen Bundesobmann der Schülerunion gewählt. In die Funktion des Bundesgeschäftsführers wurde der Steirer Ondrej Hanak bestellt. Die in diesem Jahr gesetzten Schwerpunkte, waren in den Bereichen der regionalen Arbeit, dem Auftritt in den Sozialen Medien und der (Europa-)Politischen Bildung.

Um den Landesorganisationen die Möglichkeit zu bieten ihre regionalen Strukturen besser auszubauen, wurde erstmals ein Regionalkongress in Linz veranstaltet. Mit einem Modulsystem kam ein ganz neues Seminarformat bei den Teilehmerinnen und Teilnehmern gut an, und den Funktionärinnen und Funktionären konnte so Wissen abgestimmt auf ihre Aufgaben in der Schülerunion vermittelt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vorstandsjahres war Social Media & Marketing. Mit einer eigenen Referentin im Bundesvorstand nur für den Bereich Social Media setzte man den ersten Schritt für einen professionellen Social Media Auftritt. Auch der Whatsapp-Broadcast wurde weiter professionalisiert, sodass die junge Zielgruppe der Schülerunion besser erreicht werden kann. Der größte Erfolg im Bereich Marketing war die zum ersten Mal bundesweit organisierte Schulstartaktion. Am Ende des Schuljahres wurden die Landesorganisationen mit insgesamt 100.000 einheitlichen, nachhaltigen Goodiebags beliefert, welche somit nicht mehr selbst organisiert und befüllt werden mussten.

Die größten bildungspolitische Erfolge der Schülerunion waren der Beschluss des Bildungsministeriums, das Schulfach Ethik flächendeckend an den Oberstufen einzuführen und einheitliche Herbstferien an den Schulen Österreichs Realität werden zu lassen. Auch die Änderungen bei der Mathematik-Zentralmatura entsprach genau den Forderungen der Schülerunion & BSV, außerdem gelang mit dem Masterplan Digitalisierung der Regierung ein lang geforderter großer infrastruktureller Schritt ins 21. Jahrhundert. Weitere große Themen, waren die Debatten um Experten im Sexualkundeunterricht und Gewalt an Schulen, sowie der Klimaschutz. Hierbei konnte die Schülerunion bei einer Vielzahl an medialen Auftritten ein starkes Sprachrohr für die Schülerinnen und Schüler sein.

Nach dem ersten gesetzlich verankerten Österreichischen Schülerparlament, wurde bei einem großen Kampagnenauftakt die Kampagne “EUda – EU bist auch du” vorgestellt. Diese stand ganz im Zeichen der (Europa-)Politischen Bildung und den anstehenden Europawahlen. Dabei machte die Schülerunion auf die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung unter jungen Personen aufmerksam. Mit einer Reihe an Broschüren, einem Magazin, Treffen mit verschiedensten Ministern bzw. Ministerinnen und Vertretern aller Parteien und einem breit angelegten Auftritt auf Social Media, wurde mehr Bewusstsein auf dieses Thema gelenkt. Besonders durch die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der Bundesleitung konnten viele Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen, wie Poetry Slams und Kamingespräche in den Ländern veranstaltet werden.

Der LSV-Wahlkampf stand unter dem Motto #Extrameile, da jede und jeder Beteiligte im Wahlkampf für die Teams gerne die Extrameile geht. Die Anzahl der Mandate in den Landesschülervertretungen konnte dank der österreichweiten Spitzenleistungen auf 140 Mandate und in der Bundesschülervertretung auf 25 Mandate ausgebaut werden. Das bedeutet ein Plus von zehn LSV und drei BSV Mandaten, außerdem wurde die ZLA-Sprecherin zurückgeholt, da sowohl LFLA als auch TGLA Sprecher der Schülerunion angehören. Somit wird zum 15. Mal in Folge die Bundesschulsprecherin von der Schülerunion gestellt.

Bundesobmann: Sebastian Stark

Am 10. August 2019 wurde der Niederösterreicher Sebastian Stark am 47. Bundestag der Schülerunion in Krems zum Bundesobmann gewählt. Zur Bundesgeschäftsführerin wurde die Tirolerin Julia Wechselberger bestellt. Bildungspolitische Schwerpunkte wurden bei der Kampagne Plan B(ildung) zur Nationalratswahl gesetzt, während innerhalb der Organisation die Vernetzung gestärkt und Schritte zur Aufwertung der Mitgliedschaft gesetzt wurden.

Den Start ins Jahr bildete das neue Konzept der SU-Klausur, wobei bei der 1. SU-Klausur im Herbst der Raum für Referentenvernetzung, Austausch und gemeinsame Zielsetzung in Referatsgruppen für Landesvorstandsmitglieder geschaffen wurde. Bei der 2. SU-Klausur im Februar diskutierten Funktionärinnen und Funktionären über Strukturen in der eigenen Organisation, wobei die Erkenntnisse im Rahmen des Entwicklungsprogramms für die Schülerunion weiter ausgearbeitet und als “Projekt 50” gebündelt mit weiteren Anträgen und Programmen am 48. Bundestag beschlossen und damit an kommende Generationen weitergetragen wurden.

Im Zuge der Regierungsverhandlungen konnten wir uns mit dem Plan B(ildung) intensiv einbringen. Für die Schülerunion wurde im Herbst gemeinsam mit der Bundesleitung eine umfassende Compliance-Richtlinie erarbeitet und das Qualitätsmanagement auf Podio neu strukturiert. Ein umfangreiches Projekt war die Erneuerung der Homepage mit integriertem Web- und Merchandiseshop. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde auch das Intranet mitsamt der digitalen Mitgliedskarte programmiert und entwickelt. Ebenfalls wurde der Verein ”Lehrlingsacademy” für zukünftige Weiterbildungsangebote für Lehrlinge gegründet.
Beim Mentoring kamen zum ersten Mal tatsächliche Mentorinnen und Mentoren aus dem Kreis der Freunde der Schülerunion zum Einsatz, wodurch den Mentees viele spannende Gespräche und Erfahrungen ermöglicht wurden. Im Frühjahr wurde nicht nur der Regionalkongress als Weiterbildungsmöglichkeit für Funktionärinnen und Funktionäre, sondern mit dem “EUconomy” auch ein Wirtschaftskongress mit Europaschwerpunkt organisiert.

Neben den geplanten Schwerpunkten und Veranstaltungen kamen auch einige unvorhersehbare Herausforderungen auf die Schülerunion zu. Die Corona-Krise sorgte für den ersten digitalen Schülerkongress, viele interne Weiterbildungswebinare, machte Sitzungen mit physischer Anwesenheit für mehr als zwei Monate unmöglich, die Bestellung von 1000 Schülerunionsmasken notwendig und brachte viele schulpolitische Themen auf. Die Schülerunion war dennoch mit verstärkter Social-Media-Präsenz, einem SMS-Ticker mit mehr als 1000 Abonnentinnen und Abonnenten und der eingerichteten Helpline von Anfang an für die Schülerinnen und Schüler da und es konnte für die Durchführung der Matura unter schwierigen Umständen eine für die Schülerinnen und Schüler faire und klare gemeinsame Lösung mit dem Bildungsministerium gefunden werden, die Minister Heinz Faßmann gemeinsam mit Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike bei einer Pressekonferenz vorstellte.

Der LSV-Wahlkampf samt Wahltour fand unter dem Motto “zusammen.wachsen” statt, um auch in Zeiten ohne Präsenzveranstaltungen den Zusammenhalt des Freundeskreises der Schülerunion greifbar zu machen. Dank großartiger Leistungen quer durch Österreich konnten schlussendlich trotz veränderter Abläufe und österreichweit fünf an einem Tag stattfindenden LSV-Wahlen ein sensationelles Ergebnis von 130 LSV-Mandaten und 22 BSV-Mandaten erreicht werden.