Schülervertretung & SGA

Hier findest du alle Informationen, Rechte und Pflichten als Schülervertreter und Nützliches zum SGA.

Verhaltensvereinbarung und Hausordnung

Verhaltensvereinbarungen an der Schule regeln den Umgang aller Schulpartner, also Eltern, Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler, und werden durch den SGA in Form einer Hausordnung bestimmt. Die Hausordnung hat sich aber natürlich auch an die hierarchischen Formen zu halten, die an oberster Stelle Gesetze, an zweiter Stelle Erlässe und Verordnungen und an unterster Stelle die Schulautonomen Vereinbarungen sind. Jede Hausordnung ist deshalb nach dem SGA Beschluss durch den Landesschulrat zu überprüfen. Somit wird festgestellt, dass keine Hausordnung die rechtlich geregelten Instanzen hintergeht. Außerdem muss die Hausordnung durch Anschlag in der Schule kundgemacht werden.

SchUG §44 (1) im Wortlaut

Landes- und bundesweite Schülervertretung

In Österreich gibt es eine gesetzlich gewählte Schülervertretung oder auch überschulische Vertretung genannt. Es gibt folgende überschulische Schülervertretungen:

•   Landesschülervertretung

•   Zentrallehranstaltenschülervertretung

•   Bundesschülervertretung

Die Landesschülervertretungen und die Zentrallehranstaltenschülervertretung werden am Ende jedes Schuljahres für das jeweils folgende Schuljahr gewählt. Wählen dürfen alle Schulsprecherinnen und Schulsprecher in ihrem Bereich. Wenn die Schulsprecherin oder der Schulsprecher verhindert ist, können auch Stellvertreterinnen oder Stellvertreter, die im Besitz einer Stimmrechtsübertragung sind, das Stimmrecht ausüben. Wählbar sind alle, die zum Zeitpunkt der Wahl eine Funktion in der entsprechenden Schülervertretung haben.

Die Landesschülervertretung (LSV)

Die LSV besteht aus folgenden Bereichen:

  • Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS)
  • Berufsbildende Mittlere u. Höhere Schulen (BMHS)
  • Berufsschulen (BS)

An erster Stelle jedes Bereichs steht die Landesschulsprecherin oder der Landesschulsprecher, an der zweiten steht die Landesschulsprecher-Stellvertreterin oder der Landesschulsprecher – Stellvertreter. Es gibt also in jedem Bundesland drei Landesschulsprecherinnen oder drei Landesschulsprecher (AHS, BMHS, BS). Zusätzlich werden in jedem Bereich, je nach Bundesland, zwischen drei und sechs weitere Mitglieder gewählt. In den Landesschülervertretungen gibt es somit in jedem Bereich, abhängig vom Bundesland, zwischen vier und acht Schülervertreterinnen und Schülervertreter.

Die Zentrallehranstaltenschülervertretung (ZSV)

Zentrallehranstalten unterstehen direkt dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Die ZSV besteht aus sechs Schülervertreterinnen und Schülervertretern. Die ZSV besteht aus folgenden zwei Bereichen:

  • Land- u. Forstwirtschaftliche Lehranstalten (LFLA)
  • Technische u. Gewerbliche Lehranstalten u. das Bundesinstitut für Sozialpädagogik (TGLA)

Jeder dieser zwei Bereiche entsendet zwei Vertreterinnen oder Vertretern in die ZSV. An erster Stelle steht jeweils die Bereichssprecherin oder der Bereichssprecher (für LFLA oder für TGLA). In jedem Bereich werden zusätzlich zwei stellvertretende ZSV-Mitglieder gewählt.

Die Bundesschülervertretung (BSV)

Die BSV besteht aus 29 Mitgliedern und zwar:

  • den neun AHS-Landesschulsprechern
  • den neun BMHS-Landesschulsprechern
  • den neun BS-Landesschulsprechern
  • den zwei Bereichssprechern der ZSV

Im Verhinderungsfall der Landesschulsprecherin oder des Landesschulsprechers kann ihre Stellvertreterin oder sein Stellvertreter an den Sitzungen der BSV teilnehmen. Am Beginn jedes Schuljahres wählt die BSV aus ihrer Mitte die Bundesschulsprecherin oder den Bundesschulsprecher und drei Stellvertreterinnen oder Stellvertreter für die jeweiligen Bereiche (AHS, BMHS, BS).

§ 1 SchVG: Errichtung von überschulischen Schülervertretungen

§ 6 SchVG: Zusammensetzung einer Landesschülervertretung

§ 21 SchVG: Zusammensetzung der Bundesschülervertretung

§ 25 SchVG: Zusammensetzung der Zentrallehranstaltenschülervertretung

Was ist eine AHS-Unterstufensprecherin oder ein AHS – Unterstufensprecher bzw. eine Hauptschulsprecherin oder ein Hauptschulsprecher?

Es ist zu empfehlen, eine Unterstufensprecherin oder ein Unterstufensprecher für die AHS-Schulen bzw. eine Hauptschulsprecherin oder ein Hauptschulsprecher zu bestimmen. Jüngere Schülerinnen und Schüler können sich durch den geringen Altersunterschied leichter an sie oder ihn wenden, wenn es Probleme gibt.

Wird eine Unterstufensprecherin oder ein Unterstufensprecher gewählt, so hat dieser das Recht, an Sitzungen des Schulgemeinschaftsausschusses mit beratender Funktion teilzunehmen.

§ 59 SchUG: Schülervertreter; Versammlung der Schülervertreter

Die Schulsprecherwahl

Die Wahl zum Schulsprecher unterliegt dem geheimen und persönlichen Wahlrecht. Jede Wahlberechtigte oder jeder Wahlberechtigte erhält einen sechszeiligen Stimmzettel, auf dem die Kandidatinnen und Kandidaten zur Schulsprecherin oder zum Schulsprecher gereiht werden müssen. Die Erstreihungen und Wahlpunkte bestimmen über die Position des Gewählten. Besitzt eine Kandidatin oder ein Kandidat mehr als die Hälfte der Erstreihungen, so ist diese Person die Schulsprecherin oder der Schulsprecher. Falls keiner der Kandidatinnen oder der Kandidaten eine solche Mehrheit erzielen kann, so kommt es zur Stichwahl zwischen den Erstgereihten. Die Stellvertreterinnen bzw. die Stellvertreter werden nach Wahlpunkten von oben nach unten gereiht.

Die Wahl hat unter der Aufsicht der Schulleitung zu passieren und muss innerhalb der ersten fünf Wochen des Schuljahres geschehen – dies gilt für alle AHS und BMHS Schulen. An lehrgangsmäßigen Berufsschulen muss die Klassensprecherin oder der Klassensprecher innerhalb der ersten Woche Schulwoche des Lehrgangs gewählt werden und die Wahl der Schulsprecherin oder des Schulsprechers inklusive der Stellvertreterinnen bzw. Stellvertretern muss innerhalb der ersten zwei Wochen stattfinden.

Hat eine Kandidatin oder ein Kandidat zwar am meisten Erstreihungen, jedoch unter 50% und verliert sie oder er die Stichwahl, kann es passieren, dass eine andere Kandidatin oder ein anderer Kandidat 1. Stellvertreter wird – obwohl dieser weniger Erstreihungen hat, aber dafür mehr Wahlpunkte bekam.

Wichtig zu wissen ist, dass es für die Wahlberechtigten eine Möglichkeit geben muss, die Kandidatinnen und Kandidaten kennen zu lernen.

SchUG §59a (1) – (9) im Wortlaut

Abwahl der Schulsprecherin bzw. des Schulsprechers

Die Funktion einer Schülervertreterin oder eines Schülervertreters endet durch Zeitablauf, Ausscheiden aus dem Verband, für den sie oder er gewählt wurde (zum Beispiel: Klasse, Fachabteilung oder Schule), Rücktritt oder Abwahl.

Eine Schülervertreterin bzw. ein Schülervertreter ist abgewählt, wenn die einfache Mehrheit der Schülerinnen und Schüler dies beschließt. Diese Abwahl muss von einem Drittel der Schülerinnen und Schüler beantragt werden.

Bei Ausscheiden einer Klassensprecherin bzw. eines Klassensprechers oder einer Jahrgangssprecherin bzw. eines Jahrgangssprechers aus seiner Funktion sind unverzüglich Neuwahlen durchzuführen.

Die Neuwahl der Klassensprecherin bzw. des Klassensprechers, der Abteilungssprecherin bzw. des Abteilungssprechers oder der Schulsprecherin bzw. des Schulsprechers ist nur relevant, wenn keine Stellvertreterinnen bzw. Stellvertreter vorhanden sind. Die Amtszeit der neugewählten Vertretung dauert bis zum Ende der nächsten durchzuführenden Wahl.

SchUG  § 59a (10) (11) im Wortlaut

Wie wird man Teil der Schülervertretung?

Alle Schüler einer AHS – Oberstufe, sowie BMHS oder BS dürfen für die Schülervertretung kandidieren. Die Schülervertretung ist wie eine Pyramide aufgebaut.

> Klassensprecher – Alle Schüler einer Klasse wählen einen Klassensprecher, der die Klasse nach außen vertritt (z.B. bei Klassensprechersitzungen)

>> Abteilungssprecher – Alle Schüler einer Abteilung können einen Abteilungssprecher ihrer Fachrichtung wählen.

>>> Jahrgangssprecher – Alle Schüler eines Jahrgangs können einen Jahrgangsprecher wählen.

>>>> Schulsprecher – Jeder Schüler einer AHS – Oberstufe, einer BMHS oder BS (saisonmäßig/ganzjährig) kann von seinen Oberstufenschulkollegen zum Schulsprecher gewählt werden.

SchUG §59a (1)-(4) im Wortlaut

Die Interessenvertretung auf überschulischer Ebene nennt sich landesweit LSV (Landesschülervertretung) und bundesweit BSV (Bundesschülervertretung).

Die LSV wird von allen Schulsprechern am Ende des Schuljahres gewählt. Bei Verhinderung ist der Stellvertreter wahlberechtigt. Für die LSV gewählt werden können nur SGA Schülervertreter einer Schule des entsprechenden Landes. Wahlberechtigt und zum Bundesschulsprecher wählbar sind alle 27 Landesschulsprecher, sowie 2 Vertreter der dem Bund direkt unterstellten ZLA´s (Zentrallehranstalten).

SchVG §8 im Wortlaut

SchVG §21 im Wortlaut

Wer ist Teil des Schulgemeinschaftsausschusses

Der Schulgemeinschaftsausschuss ist in jeder mittleren und höheren Schule, sowie an allen Berufsschulen zu bilden. Er besteht aus der Direktorin bzw. dem Direktor und je drei Vertreterinnen bzw. Vertretern der Eltern, des Lehrkörpers und der Schülerschaft. Die 3 Kurien (=Eltern-, Lehrer-, Schülervertreter) sind die Schulpartner und haben neben der Schulebene auch Vertreterinnen bzw. Vetreter auf Landes- und Bundesebene. Nur die Schulpartner sind im SGA stimmberechtigt, nicht aber die Direktorin bzw. der Direktor. Sie bzw. er führt jedoch den Vorsitz und entscheidet bei Stimmengleichheit.

Die Lehrervertretung wird im Gegensatz zur Schüler- und Elternvertretung nur alle zwei Jahre gewählt.

Wann und wie oft tagt der SGA?

Der Schulgemeinschaftsausschuss muss mindestens einmal im Semester tagen. Auf Ansuchen von einem Drittel der Mitglieder aufgrund eines Antrages, muss die Direktorin bzw. der Direktor innerhalb einer Woche einen weiteren SGA einberufen. Der erste SGA muss spätestens zwei Wochen nach Wahl aller SGA-Mitglieder stattfinden.

Worüber entscheidet der SGA?

Der SGA ist beschlussfähig wenn zumindest die Hälfte der Mitglieder und wenigstens ein Mitglied jeder Kurie (Eltern, Lehrer, Schüler) anwesend sind. Dem Unterstufensprecher, dem Schularzt, dem Schulerhalter und allen anderen eingeladenen Gästen kommt eine beratende Stimme zu.

Der Schulgemeinschaftsausschuss entscheidet über folgende Punkte:

  • die Hausordnung
  • die Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen
  • die schulautonome Festlegung von Eröffnungs- und Teilungszahlen
  • schulautonome Schulzeitregelungen
  • die schulautonome Festlegung von Reihungskriterien
  • Kooperationen mit Schulen oder außerschulischen Einrichtungen

mit einer 2/3 Mehrheit außer jeder Kurie – dazu müssen auch mind. 2/3 jeder Kurie anwesend sein.

  • mehrtägige Schulveranstaltungen
  • die Erklärung einer Veranstaltung zu einer schulbezogenen Veranstaltung
  • die Durchführung (einschließlich der Terminfestlegung) von Elternsprechtagen
  • die Bewilligung zur Durchführung von Sammlungen
  • die Bewilligung zur Organisierung der Teilnahme von Schülern an Veranstaltungen
  • die Durchführung von Veranstaltungen der Schulbahnberatung
  • die Durchführung von Veranstaltungen betreffend die Schulgesundheitspflege
  • Vorhaben, die der Mitgestaltung des Schullebens dienen
  • die Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen
  • die schulautonome Festlegung von Eröffnungs- und Teilungszahlen
  • schulautonome Schulzeitregelungen
  • die schulautonome Festlegung von Reihungskriterien
  • die Erstellung von Richtlinien über die Wiederverwendung von Schulbücher

mit einfacher Mehrheit.

Der SGA berät außerderm über:

  • wichtige Fragen des Unterrichtes
  • wichtige Fragen der Erziehung
  • Fragen der Planung von Schulveranstaltungen
  • die Wahl von Unterrichtsmitteln
  • die Verwendung von der Schule zur Verwaltung übertragenen Budgetmitteln
  • Baumaßnahmen im Bereich der Schule

SchUG §64 im Wortlaut