Gnesda kritisiert Modellregion-Diskussion

Gnesda kritisiert Modellregion-Diskussion

Wien (APA) – Keine Freude hat Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda mit den derzeitigen Diskussionen um die 15-Prozent-Grenze für Modellregionen zur Gesamtschule. „Da dreht sich mir im Magen alles um, wenn ich mir anhöre, was Politiker dazu sagen“, so Gnesda zur APA. Vor allem sei es unverständlich, warum die Schulpartner bei der Entscheidung über eine Modellregion übergangen werden können.

Zuletzt hatte die Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) in der „Presse“ angekündigt, Eltern, Lehrer und Schüler bei der Konzeption der Modellregionen einzubeziehen, im Ernstfall aber auch gegen sie zu entscheiden. „Es ist unverständlich, warum man über die Schulpartner im Ernstfall drüberfahren möchte“, kritisierte Gnesda. „Zu sagen: ‚Wir reden zwar mit ihnen, aber wenn sie es nicht wollen, dann entscheiden wir halt anders, entspricht nicht dem Demokratieverständnis des 21. Jahrhunderts. Wir brauchen keine Scheineinbindungen.“

SPÖ und ÖVP haben im Zuge der Bildungsreform-Gespräche vereinbart, Modellregionen zur Gesamtschule zuzulassen. Diese können von den Bundesländern eingerichtet werden, dürfen allerdings nur 15 Prozent aller Standorte einer Schulart (z.B. AHS) bzw. aller Schüler der jeweiligen Schulart pro Bundesland umfassen. Die Zustimmung der Schulpartner soll dafür nicht nötig sein. Für die legistische Umsetzung brauchen SPÖ und ÖVP die Stimmen der Grünen oder der FPÖ, wobei erstere größere Modellregionen verlangen und letztere sich gegen „Zwangsumwandlungen“ ausgesprochen hat.

Festhalten an 15-Prozent-Grenze

Größere Modellregionen kann sich Gnesda nicht vorstellen – selbst wenn die Schulpartner das wünschen. Diese Frage stelle sich aber ohnehin nicht, wenn man sich die Meinung der Schüler an den AHS ansehe. „Außerdem hat sich die Regierung auf 15 Prozent geeinigt. Damit muss jetzt gearbeitet und anschließend evaluiert werden.“

Weiteres Anliegen des Schülervertreters: In den neuen Bildungsdirektionen sollten wieder demokratische Gremien geschaffen werden. Statt von den Parteien besetzte Kollegien wie in den (durch die Bildungsdirektionen ersetzten) Landesschulräten sollten ähnlich wie an den Schulen von Eltern, Schülern und Lehrern beschickte Landes-Schulgemeinschaftsausschüsse eingeführt werden.